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Aus den Schweizer Bergen in den Golan mit dem Hermon-Gebirge...

Dienstag, 1. Mai 2012

Weitere Ausfluege von Nimrod aus

Blick von Nimrod auf den Ram-See und rechts davon die Siedlung Mas'ade
Einen weiteren Erkundungstrip zu Fuss machten wir mit unserem temporaeren Mit-Volontaer Yan nach Mas'ade, der naechstgelegenen Drusensiedlung mit etwas gleich vielen Einwohnern wie Felben-Wellhausen - aber einer doppelspurigen, richtungsgetrennten Hauptstrasse. 


Doch zuerst einmal fuehrte uns unser Weg durch die vielen Obstgaerten, die an den Haengen terassenartig angelegt sind und meistens von drusischen Bauern bewirtschaftet werden. Die Drusen sind urspruenglich Syrer, aber keine eigentlichen Muslime, von denen sie sich im  Jahrhundert abgespalten haben und nun eine Art Sekte und damit eine Minderheit bilden. Das ganze Gebiet hier ist bekannt fuer die reichen Ernten von Kirschen und Aepfeln, aber wir sahen auch Quitten-, Aprikosen-, Pfirsich- und Kiwi-Baeume, von denen die Kirschen schon verblueht, die anderen in voller Bluete. Dass ich in einer Anlage sogar einen Hasen davon hoppeln sah, brachte ich natuerlich in Verbindung mit dem aktuellen Ostertag. 

Hermon-Gebirge hinter dem Berekhat Ram
Wir wanderten weiter zum Ram-See, welcher sich in der Groesse etwa mit dem Guebsenweiher vergleichen liesse und den wir von Nimrod aus taeglich bewundern koennen. Die Form des Sees laesst unschwer darauf schliessen, dass es sich um einen ehemaligen Vulkankrater handelt, was durch das Basaltgestein der Gegend bestaetigt wird. Der Spaziergang um den See herum war sehr angenehm, wenn auch etwas getruebt durch die Verschmutzung der Ufer mit Zivilisationsabfall aus Kunststoffen und anderem Material. Da die heisse Sonne Durst und der staubige Weg Hunger machte, entschlossen wir uns zu einem Besuch in einem - natuerlich dem besten - Einheimischen-Restaurant mit Strassencafe und Feuerstelle im Freien fuer die diversen Kebabs. 

Die grosse gemische Platte mit den diversen lokalen Spezialitaeten und die wundervoll frisch gemachte echte Limonade machte uns alle drei satt und zufrieden. Und der Weg zurueck auf die Anhoehe von Nimrod war anschliessend nicht mehr schwer, obwohl wir fuer den Aufstieg doch etwas mehr als eine Stunde benoetigten. 













Die bisher letzte Freitags-Aktivitaet brachte uns zusammen mit Ranaan, dem anderen Freiwilligen, mit welchem wir zusammen wohnen, auf den Hermonberg. Er ist die hoechste Erhebung hier in Israel, mit 2236 m fast so hoch wie der Saentis und dieses Jahr immer noch mit etwas Schnee bedeckt. Wir durften den Pickup von Guy ausleihen und fuhren mit diesem via Majdal Shams (ebenfalls exklusiv drusisch) zum Skigebiet Mount Hermon auf ca 1800 m Hoehe. Eigentlich ist der Hermon nicht ein einzelner Berg, sondern ein Massiv aehnlich unserem Alpstein, mit mehreren Gipfeln, von denen einer nun israelisch besetzt ist. 
Blick gegen Westen, im Hintergrund der Libanon
Dieser Teil wird auch "das Auge der Nation" genannt und ist von diversen militaerischen Anlagen ueberzogen, die das strategisch wichtige Gebiet dauernd ueberwachen. Natuerlich sind wir unbedarften Schweizer auf dem Gipfel, den wir mit dem Sessellift unter massiven Windattacken erreichten, bei unseren Erkundungen im Schnee genau ins militaerische Sperrgebiet hineingeraten, was uns einen hoeflichen aber sehr entschiedenen Hinauswurf einbrachte (aber wenigstens keine Festnahme und kein Verhoer, wie das einem deutschen Tramper offenbar passiert ist, wie er uns erzaehlt hatte).

Spannend war fuer uns vor allem, wie sehr traditionell gekleidete orthodoxe Judenfamilien sich auf dem Hermon im Schnee so richtig austobten, obwohl die Kleidung alles andere als fuer den Wintersport geeignet ist. 


Ranaan machte uns dann noch mit dem Betreiber einer Rollschlitten-Anlage (natuerlich Druse) bekannt, wo wir noch einen typischen tuerkischen Kaffee vorgesetzt bekamen. 

Auf dem Rueckweg vom Berg machten wir in Majdal Shams Halt, da uns Ranaan die Herstellerin des besten Drusenbrots vorstellen wollte. Es ist ein Vollkornteig, der hauchduenn ausgewallt und ausgezogen wird, um anschliessend ueber einem von unten geheizten Ofen (siehe Bild) knusprig und trotzdem biegsam gebacken zu werden: dannwird das ganze mit einer Art Joghurt-Kaese und Gewuerzen gefuellt und auf Briefgroesse zusammengelegt. Natuerlich mussten wir das Produkt probieren, und natuerlich blieb es nicht bei einem Exemplar, was uns drei zusammen etwas weniger als 100 Schekel kostete (fast 20 Franken). Jedenfalls brauchten wir am Abend kaum noch Nachtessen, weil wir uns die Baeuche so voll geschlagen hatten...


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