Nimrod ist ein winziges Dorf im aeussersten Norden Israels in jenem Gebiet, welches 1967 den Syrern abgenommen wurde, weil die Israelis den staendigen Beschuss von den Hoehen des Golan satt hatten. Ausser Nimrod gibt es hier ein Ski-Resort, palaestinensische und juedische Siedlungen sowie einige Drusen-Doerfer, wie zB Mas'ada, die naechste Einkaufsmoeglichkeit ca 3/4 Stunden entfernt. Die Hoehe ueber Meer betraegt 1100 m und es ist aktuell noch ziemlich kuehl nach einem wie man uns erzaehlt hat strengen Winter. Die Auswirkungen, naemlich die vom Schnee abgebrochenen Aeste der Pinien und Eukalyptusbaeume konnten wir mit eigenen Augen sehen.
Ja, am Dienstag, den 27. Maerz, reisten wir von Jerusalem mit dem Bus hierher, nachdem uns ein freundliche Helfer vom Abraham Hostel den Weg zum Busbahnhof gezeigt hatte. Wir gelangten uebrigens dorthin mit einem Jerusalemer-Tram, das den Vergleich mit Zuerichs Cobra keineswegs zu scheuen braucht! Dann bestiegen wir einen Ueberlandbus, der uns in ca 4 Stunden via See Genezareth nach Kiryat Schemona am noerdlichen Ende des Hula Valley und schon am Fusse des Golan brachte. Dort mussten wir umsteigen, was gar nicht so leicht war, da saemtliche Inschriften in Hebraeisch waren, immerhin ausser den Linien-Nummern, welche auch ich lesen konnte. Auf dem Bild ist eine Ansicht des Fahrplans an der Haltestelle zu sehen...Immerhin konnten wir nach fast anderthalb Stunden den Anschlussbus besteigen und beim Buschauffeur unsere Billette bis zur Abzweigung nach Nimrod loesen - zum Glueck auf Englisch. Dass der Chauffeur mich fragte ob ich "an old man" sei, hatte neben der niederschmetternden Erkenntnis meines wahren Alters immerhin den Vorteil, dass mein Seniorezustand zu einem Halbpreis-Billett fuehrte. Nach gut einer halben Stunde erreichten wir die uns vorhergesagte Abzweigung nach Nimrod, von wo aus wir unseren zukuenftigen Gastgeber anriefen, damit er uns mit seinem Truck abholen konnte. Wir mussten uns beim Warten in unsere warmen Jacken einhuellen, da es sehr kalt und unfreundlich geworden war.
Als Guy dann ankam, war das ganze Vehikel ziemlich voll mit allerlei Krimskrams, auch der Fahrgastraum. Immerhin hatte unser Gepaeck spielend auf der offenen Plattform Platz, und unser Fahrer entpuppte sich als sehr freundlicher Mensch mit Rastafrisur, Brille und sehr dunkler Haut (wir erfuhren spaeter, dass er ein urspruenglich aus Yemen stammender Israeli ist).
Seine Frau bekamen wir kurze Zeit spaeter zu Gesicht. Sie heisst Lilach und hat eine fast ebenso ungewoehnliche Frisur wie ihr Mann. Zusammen haben sie vier Kinder, von denen die aelteste Tochter kurz vor ihrem Militaerdienst steht und der aelteste Sohn autistisch ist. Von Ronaan, einem jungen Mitarbeiter des Betriebes wurden wir herum- und kurz in die Gepflogenheiten des Ortes eingefuehrt. Es gibt neun Logis in einfachen Holzhuetten, von denen aber doch jede ueber einen Whirlpool und einen Holzofen als Heizung verfuegt. Weiter ist auch ein Campingplatz mit Elektroanschluss, WCs und Warmwasserduschen vorhanden. Daneben gibt's Obstgaerten und andere Anlagen im Freien, eine gut ausgebaute Holzwerkstatt, grosse Holzstapel und diversesten Krimskrams hinter dem Haus...
| Das Hermongebirge ist noch winterlich schneebedeckt... |
Auf alle Faelle sind wir gespannt, was uns hier erwartet und fallen ziemlich muede in unser Bett, das wir uns mit zwei Schaumstoffmatratzen auf der Plattform unterm Dach unserer Volontaer-Unterkunft eingerichtet haben...
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